Was ist Matcha? Herkunft, Sorten und Unterschied zu Grüntee
Matcha ist ein grüner Tee aus Japan, bei dem Sie das ganze Teeblatt trinken, fein gemahlen und in Wasser aufgeschlagen. Die Teepflanzen werden vor der Ernte mehrere Wochen beschattet, die Blätter gedämpft, ohne Rollen getrocknet und von Stielen und Blattadern befreit. Dieses Blatt heißt Tencha, und erst gemahlen wird daraus Matcha.
Waterline und Stillpoint von MOKU-AN sind aus Tencha gemahlen, ihr Unterschied liegt in den Blättern und in der Mischung.
Was ist Matcha genau?

Matcha ist gemahlener Tencha, also das ganze Blatt. Tencha heißt das beschattet gewachsene, gedämpfte und ohne Rollen getrocknete Blatt, aus dem Stiele und Blattadern entfernt wurden. Das Teehaus Yamamasa Koyamaen in Uji gibt die Definition des japanischen Teeverbands wieder. Danach ist Matcha ein Pulver, das in der Teemühle aus diesem Tencha fein gemahlen wird.
Die Teilchen sind mit 5 bis 10µm höchstens ein Hundertstelmillimeter groß. Matcha löst sich nicht in Wasser auf, sondern verteilt sich nur darin. Deshalb schlagen Sie ihn auf und trinken ihn gleich ganz.
Die japanische Teebranche hält seit langem an einem festen Maßstab fest, nämlich dass Matcha aus gemahlenem Tencha besteht. Ein rechtlich verbindliches Siegel dafür gibt es allerdings nicht. Deshalb werden außerhalb Japans auch Grüntee-Pulver als Matcha verkauft, die sich in Herstellung und Geschmack unterscheiden. Ein Blick auf Rohstoff und Herkunft zeigt, was in der Dose steckt.
Was unterscheidet Matcha von grünem Tee?

Alle Grüntees stammen von derselben Pflanze, der Camellia sinensis. Der Unterschied entsteht im Anbau und in der Verarbeitung, und Beschattung und kein Rollen trennen Tencha vom Sencha. Sencha wächst ohne Schatten, wird gerollt und getrocknet und im Aufguss ausgezogen, die Blätter bleiben in der Kanne. Gyokuro wird wie Tencha beschattet, aber gerollt, deshalb wird daraus kein Matcha.
Gemahlener Sencha ist grünes Teepulver, aber kein Matcha, und Instant-Grüntee ist ein getrockneter Aufguss, der sich vollständig in Wasser auflöst. Auch die Tage unter Schatten trennen die Sorten, nämlich keine bei Sencha, 7 bis 10 bei Kabusecha (kurz beschattetem Grüntee) und 20 und mehr bei Gyokuro und Tencha.
| Matcha | Sencha | Gemahlener Sencha, Instant-Grüntee | |
|---|---|---|---|
| Pflanze | Camellia sinensis | Camellia sinensis | Camellia sinensis |
| Beschattung vor der Ernte | 20 Tage und mehr | keine | keine (Sencha) |
| Nach dem Dämpfen | nicht gerollt, als Tencha getrocknet | gerollt und getrocknet | gerollt, danach gemahlen, oder Aufguss getrocknet |
| Was entfernt wird | Stiele und Blattadern | nichts | nichts |
| Form | Pulver, 5 bis 10µm | ganzes Blatt | Pulver |
| Zubereitung | 2g in 60ml Wasser bei 80°C aufgeschlagen | aufgegossen, Blätter bleiben in der Kanne | eingerührt |
| Was Sie trinken | das ganze Blatt | den Aufguss | gemahlenes Blatt, oder Extrakt (löst sich auf) |
Vom Teeblatt zum Pulver, so entsteht Matcha

Matcha entsteht vor allem aus der ersten Ernte im Frühjahr. Die Herstellung von Matcha umfasst acht Schritte.
- Beschatten. Ab Mitte April stehen die Teepflanzen 20 Tage und mehr unter Netz oder Stroh. So bleibt Theanin im Blatt, es wird weniger herb und das Grün tiefer.
- Ernten. Geerntet wird vor allem im Frühjahr, hochwertige Partien von Hand, sonst mit der Maschine. Gebraucht werden junge, weiche Blätter.
- Dämpfen. Möglichst frisch nach der Ernte dämpft starker Dampf die Blätter. Das stoppt die Oxidation, das Grün bleibt.
- Trocknen. Die Blätter trocknen ohne Rollen im Tencha-Ofen. Gerollt würde daraus Gyokuro.
- Sortieren. Wind trennt Stiele und Blattadern ab, nur das Blattfleisch bleibt. Das ist Tencha.
- Verkosten und mischen. Geprüft wird nach Form, Farbe, Duft, Aufguss und Geschmack, dann folgt der Blend.
- Lagern. Tencha lagert kühl und trocken, gemahlen wird nach Bedarf. Gemahlen verliert das Blatt schneller an Aroma.
- Mahlen. In der Teemühle wird der Tencha zu Pulver gemahlen. Entscheidend ist seine Qualität.
Beim Mischen gibt es zwei Wege. Single Origin stellt die Eigenart einer einzigen Herkunft nach vorn. Ein Blend fügt Tee aus mehreren Teegärten zusammen, damit eine Sorte jedes Jahr gleich schmeckt, und Ippodo in Kyoto mischt zum Beispiel nicht nach Feld oder Jahrgang, sondern nach dem Geschmack der jeweiligen Sorte. Keines von beiden ist besser, MOKU-AN hat beides, mit Waterline und Stillpoint als Blends und Hojicha als Single Origin.
Tencha ist aufwendig anzubauen. Neue Teefelder liefern laut demselben Teehaus in Kyoto frühestens nach fünf Jahren Ernte, und die Zahl der Betriebe, die neu mit dem Anbau beginnen, wächst nicht. Dazu kommt, dass erfahrene Erzeuger laut Landwirtschaftsministerium begrenzt sind und eine Tencha-Linie mit Ofen laut Präfektur Kagoshima etwa 230 bis 480 Millionen Yen kostet. Deshalb lässt sich die Menge nicht von heute auf morgen steigern, wenn die Nachfrage wächst, und das ist ein wichtiger Grund für die aktuelle Knappheit.
Woher kommt Matcha? Geschichte und Anbaugebiete

Die Geschichte des Matcha beginnt mit pulverisiertem Tee, den man schon im China der Song-Zeit kannte, und der Überlieferung nach brachte der Zen-Mönch Eisai 1191 diese Art des Teetrinkens aus China nach Japan. In Japan entstand der Anbau unter Schatten, und Uji bei Kyoto wurde sein Zentrum.
Uji ist die Geschichte, Kagoshima die Menge. Uji gilt als Zentrum von Tradition und Handwerk. Bei der Menge liegt Kagoshima vorn, denn laut dem japanischen Landwirtschaftsministerium (2026) erzeugt die Präfektur die meiste Tencha Japans. In der Ernte 2023 kamen laut einer früheren Statistik des Ministeriums 38% der Tencha aus Kagoshima, 23% aus Kyoto und 12% aus Shizuoka.
Selbst in Uji schreibt ein Teehaus, dass sich Matcha heute nicht mehr allein an der Herkunft messen lässt, weil auch andere Gebiete beim Anbau und in der Verarbeitung stark aufgeholt haben. Waterline und Stillpoint sind eine Mischung aus Blättern aus den Anbaugebieten Kagoshima, Shizuoka und Miyazaki, Hojicha stammt aus Kagoshima.
Welche Matcha-Sorten gibt es? Usucha, Koicha und Ceremonial Grade

„Ceremonial Grade“ und „Culinary Grade“ sind Handelsbegriffe, die sich mit der wachsenden Nachfrage im Westen verbreitet haben. Die Linie zwischen Matcha zum Trinken und Matcha für Gebäck und Desserts zieht jedes Teehaus selbst.
In der Teezeremonie unterscheidet man dagegen vor allem, ob ein Matcha für Koicha geeignet ist oder nur für Usucha. Ein Teehaus in Uji empfiehlt günstigere Sorten für die tägliche Übung und andere für Teezusammenkünfte. Usucha und Koicha sind Zubereitungen, keine Qualitätsstufen. Usucha ist die dünne Schale, 2g auf 60ml, Koicha die dicke, 4g auf 30ml, langsam angerührt. Weil Koicha leicht herb wird, braucht er die besseren Blätter. Die Tabelle stellt die japanische und die westliche Sicht gegenüber.
| In Japan (Teehäuser und Teezeremonie) | Im westlichen Handel | |
|---|---|---|
| Übliche Begriffe | Trinkqualität oder für Speisen, für Koicha oder für Usucha | Ceremonial, Premium, Latte, Culinary |
| In der Teezeremonie | für Koicha geeignet oder nur für Usucha | (kein Gegenstück) |
| Höchste Stufe heißt | für Koicha geeignet (4g auf 30 bis 40ml) | Ceremonial Grade |
| Usucha | 2g auf 60 bis 70ml, 80°C | entspricht dem, was hier als Ceremonial getrunken wird |
Auf den Dosen von MOKU-AN steht Ceremonial Grade. Gemeint ist beschattet gewachsenes Blatt, von Stielen und Blattadern befreit und so fein gemahlen, dass es sich direkt in Wasser aufschlagen lässt. Das ist die Qualität, die zum puren Trinken gemacht ist, und deshalb behauptet sie sich auch in Milch.
Was steckt in Matcha?
Weil Sie das ganze Blatt trinken, kommt alles, was im Blatt steckt, in die Schale, unter anderem die Aminosäure Theanin, Catechine, Koffein, Ballaststoffe und Chlorophyll. Die Beschattung bremst die Umwandlung von Theanin in Catechine, ein beschattetes Blatt hat deshalb mehr Umami und weniger Herbe.
Zum Koffein nennt die japanische Lebensmittel-Nährwerttabelle (Standard Tables of Food Composition in Japan 2020, 8. Ausgabe, MEXT) 3,2g pro 100g Matcha, bei einer Schale mit 2g sind das etwa 64mg.
Wie trinkt man Matcha, und wie schmeckt er?

Matcha wird aufgeschlagen, nicht aufgegossen. Wer Matcha richtig zubereiten will, schlägt klassisch 2g Pulver mit 60ml Wasser von 80°C in 15 Sek. mit dem Matcha-Besen auf. Für einen Matcha Latte kommt die Milch zuerst ins Glas, der aufgeschlagene Matcha wird aus der Schale darübergegossen, warm oder mit Eis.
Beim Geschmack von Matcha steht Umami vorn, darauf folgt eine kurze Herbe, die der Schale Kontur gibt, und der Duft erinnert an frisch gepflückte Teeblätter.
Ist das echter Matcha? So lesen Sie Zutatenliste und Dose

Steht auf der Packung eine Zutatenliste, sollte dort nur Matcha, sonst nichts stehen. Stehen Zucker, Milchpulver, Aroma oder ein anderes Grünteepulver daneben, ist es ein Produkt mit Matcha, aber kein reiner Matcha. Die Verbraucherzentrale nennt Drinks und Müsli, in denen nur 0,5 bis 2% Matcha stecken.
Achten Sie danach darauf, ob der Rohstoff genannt wird, ob ein Herkunftsland angegeben ist und ob ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf der Dose steht. Waterline und Stillpoint sind Ceremonial Grade und Hausmischungen aus Blättern aus Kagoshima, Shizuoka und Miyazaki. Hojicha ist kein Matcha, sondern ein gerösteter Grüntee, so fein wie Matcha gemahlen, Premium Grade und Single Origin aus Kagoshima.
Die Dosen der Matcha-Kollektion fassen 30g, denn Matcha gibt sein Aroma schneller an die Luft ab als die meisten Tees.
FAQ
Ist Matcha einfach gemahlener grüner Tee?
Nein. Matcha wird aus Tencha gemahlen, einem beschatteten, gedämpften und ohne Rollen getrockneten Blatt ohne Stiele und Adern. Gemahlener Sencha ist grünes Teepulver, aber kein Matcha.
Löst sich Matcha in Wasser auf?
Nein. Matcha ist das gemahlene Blatt und verteilt sich nur im Wasser, deshalb wird er aufgeschlagen und frisch getrunken. Steht die Schale länger, setzt sich das Pulver ab. Instant-Matcha und Pulver für Matcha-Milchgetränke wirken oft, als würden sie sich klar auflösen. Das liegt an gut löslichen Zutaten wie Zucker oder Dextrin, die mit dem Matcha gemischt werden.
Was ist Matcha Latte?
Beim Matcha Latte kommt die Milch zuerst ins Glas, der aufgeschlagene Matcha wird darübergegossen, warm oder mit Eis.
Warum ist Matcha so teuer?
Der Preis hat mehrere Gründe, nämlich die Beschattung, die Ernte vor allem im Frühjahr, bei den besten Partien das Handpflücken und das Entfernen von Stielen und Adern. Als Rohtee erzielt Tencha in Japan laut dem Landwirtschaftsministerium (2026) etwa fünfmal so viel wie Sencha. Dazu kommt, dass sich die Menge nicht schnell steigern lässt, wenn die Nachfrage wächst, und daraus entsteht die Knappheit von Matcha.
Kommt Matcha immer aus Japan?
Nicht unbedingt. Ein rechtlich verbindliches Siegel für den Namen gibt es nicht, und außerhalb Japans werden auch Grüntee-Pulver als Matcha verkauft, die sich in Herstellung und Geschmack unterscheiden. Was der japanische Teeverband als Matcha beschreibt, kommt aus beschattetem Tencha. Steht kein Herkunftsland auf der Packung, fragen Sie beim Händler nach. Der Matcha von MOKU-AN stammt aus den Anbaugebieten Kagoshima, Shizuoka und Miyazaki in Japan.
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MOKU-AN, Düsseldorf · Aktualisiert am 4. Oktober 2026
